Psychiatrielager

Eine Geschichte von vielen Opfern der Psychiatrie in Deutschland

Dienstag, 15. Oktober 2019





 
 


Interview mit Marco, der berichtet, warum er nach einer Behandlung in der Vitos Klinik  psychatrischen Klinik nicht mehr laufen kann
https://www.youtube.com/watch?v=HEx4iZSBkW0&feature=youtu.be&fbclid=IwAR3HYyXLrDR_pUuFfUou6UnHdEi0aJWLfOXbOR1nWLhfzAWEAZQvMKu7niw
Gefangen in der Psychiatrie Interview mit Jörg Bergstedt
Am 03.10.2019 veröffentlicht
Interview mit Jörg Bergstedt zur Situation von Kranken in geschlossenen psychatrischen Einrichtungen.
Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener hat den 2. Oktober zum Gedenktag der Psychiatrie-Toten erklärt. Seit dem Jahr 2000 gedenkt er an diesem Tag der durch oder in Folge psychiatrische(r) Behandlung verstorbenen Menschen. Aus diesem Grund ruft der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Nordrhein-Westfalen zu Demonstrationen auf. Der hessische Landesverband und der Landesverband Psychiatrie - Erfahrene NRW e. V., Matthias Seibt und Juli Benz, haben diese Initiative aufgegriffen
https://www.youtube.com/watch?v=dWQhRWXlBz4
Abgescchoben und vergessen
https://www.youtube.com/watch?v=qem27k9AhkM
Abgeschoben und vergessen?
Interview mit Reni und Jule zur Lage von Patienten in geschlossenen psychatrischen Einrichtungen. Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener hat den 2. Oktober zum ...
www.youtube.com
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Gefangen in der Psychiatrie Interview mit Jörg Bergstedt

Interview mit Marco, der berichtet, warum er nach einer Behandlung in der Vitos Klinik  psychatrischen Klinik nicht mehr laufen kann

https://www.youtube.com/watch?v=HEx4iZSBkW0&feature=youtu.be&fbclid=IwAR3HYyXLrDR_pUuFfUou6UnHdEi0aJWLfOXbOR1nWLhfzAWEAZQvMKu7niw

Gefangen in der Psychiatrie Interview mit Jörg Bergstedt
Am 03.10.2019 veröffentlicht
Interview mit Jörg Bergstedt zur Situation von Kranken in geschlossenen psychatrischen Einrichtungen.
Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener hat den 2. Oktober zum Gedenktag der Psychiatrie-Toten erklärt. Seit dem Jahr 2000 gedenkt er an diesem Tag der durch oder in Folge psychiatrische(r) Behandlung verstorbenen Menschen. Aus diesem Grund ruft der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Nordrhein-Westfalen zu Demonstrationen auf. Der hessische Landesverband und der Landesverband Psychiatrie - Erfahrene NRW e. V., Matthias Seibt und Juli Benz, haben diese Initiative aufgegriffen
https://www.youtube.com/watch?v=dWQhRWXlBz4

Abgescchoben und vergessen
https://www.youtube.com/watch?v=qem27k9AhkM

Abgeschoben und vergessen?
Interview mit Reni und Jule zur Lage von Patienten in geschlossenen psychatrischen Einrichtungen. Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener hat den 2. Oktober zum ...
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Samstag, 17. August 2019

Hier sind die weiteren Berichten der Opfern dieser psychiatrischen Kliniken


(forensische) Psychiatrie – Ein Ort der Herrschaft

Themen:Psychiatrie
Von: gi 20. Mai 2018
Psychiatrie kritische Gruppe HB (stattpsychiatrie@riseup.net)
Der Text entstand in Anlehnung, an einen noch unveröffentlichten Text, der voraussichtlich 2018/2019 im 2.Band „Gegendiagnose – Beiträge zur radikalen Kritik an Psychiatrie und Psychologie“ in erweiterter Form erscheinen wird.
Psychiatrie ist neben dem Knast eines der mächtigsten Instrumente, die der Staat gegen die Menschen zu bieten hat. Ihre Waffen: Entzug von Freiheit und Rechten, seelische und geistige Entmündigung, Diagnosen sowie Behandlung.
Forensische Psychiatrie steht exemplarisch für Zwang in der Psychiatrie und weist dabei ein massives Potential an rechtsstaatlich geschützter Gewalt auf. Anliegen der Autor*innen ist es, wenn auch im Folgenden Merkmale der forensischen Internierung beschrieben werden, die gesamte psychiatrische Maschinerie als einen Apparat zu verstehen. Es gibt keine „gute“ Psychiatrie! Ihre Waffen (Diagnosen und Therapien, vor allem pharmakologische…) wirken nicht erst an der Schnittstelle zwischen Knast und Psychiatrie – dem „Psycho-Knast“, der forensischen Psychiatrie oder auch Maßregelvollzug genannt.
Das psychiatrische System verwaltet 1,3 Millionen in gesetzlicher Betreuung. Jährlich werden 200.000 Menschen gegen ihren Willen in die Psychiatrie eingewiesen, davon 10.875 in die forensische Psychiatrie. [1], [2] Psychiatrie steht wie das Knast-System durch gesetzliche Reglementierung von Freiheitsrechten im Spannungsfeld staatlicher Herrschaft. Neben dem Knast ist auch Psychiatrie eine totale Institution, die im Namen von „Gesundheit“, „Fürsorge“, „Resozialisierung“ und „Sicherheit“ mit Abweichungen von der „Norm“ und/oder Regelverletzungen umgeht. Über Etikettierung (Diagnose) werden Abweichungen von einer „Norm“ definiert, und der Zugriff auf eine Person (Behandlung/Therapie) wird legitimiert. Das Definitions-, Macht-, und Gewaltmonopol liegt beim Staat – und von ihm verliehen – bei den meist privatisierten Gesundheitsbetrieben, bzw. den innerhalb und für sie Agierenden.
Während der Knast von allen Menschen, die nicht an Wegsperr-Logik glauben, schnell durchschaut und als Sanktions-, und Repressionsapparat enttarnt werden kann, wirkt der Machtkomplex, dem die Psychiatrie innewohnt, subtiler. Vor allem liegt das am Label „Gesundheit“, „Fürsorge“ und „Therapie“- unter dem repressiv gegen Menschen vorgegangen wird.
Psychiatrie und insbesondere Forensik, wird häufig tabuisiert, vergessen und unterschätzt, auch in linksradikalen Diskursen. Medienbilder suggerieren, dass innerhalb der forensischen Psychiatrie Mörder*innen und Vergewaltiger*innen vor der Gesellschaft weggeschlossen werden. Im Namen der „Heilung“ geraten vor allem Menschen, deren Lebenssituationen häufig schon im Vorfeld diskriminierenden Mechanismen unterliegen, und Menschen, die nicht regelkonform leben wollen und/oder können, in langfristige „Obhut“ des Staates. Statistisch gesehen hat jede/r dritte Maßregelpatient/in eine Heimsozialisation erfahren. Häufig waren Maßregelpatient*innen bereits vorher im Knast und/oder in der Psychiatrie. Stark angestiegen ist auch der Anteil der Untergebrachten mit einem nicht-deutschen Hintergrund, die leicht in repressive Staatsmühlen geraten. [3] In den letzten 30 Jahren erlebte das Geschäft mit dem Maßregelvollzug einen regelrechten Boom. Maßregelplätze haben sich dabei fast verdreifacht2; die Verweildauer im MRV stieg ebenfalls an. Und es wird weiter aufgerüstet und umgerüstet. Untersuchungen stellten fest, dass die Zahl der Delikte, die eine Einweisung in die forensische Psychiatrie rechtfertigen (sollen), innerhalb psychiatrischer Einrichtungen erheblich angestiegen sind. In einer Studie zu „Anlassdelikten im institutionellen Rahmen“ in Baden-Württemberg wird das erschreckende Studienergebnis angeführt, dass es sich bei jeder vierten forensischen Einweisung um ein Einweisungsdelikt im institutionellen Rahmen handelt, andere Untersuchungen kamen zu ähnlichen Ergebnissen. [3], [4], [5] Kritiker*innen sprechen in diesem Zusammenhang von einem Prozess der „Forensifizierung“. Jedes vierte psychiatrische Bett – so die Vermutung – befindet sich mittlerweile in der forensischen Psychiatrie. [6] Der Blick auf „Hochrisikopersonen“, bewirkte ein kategorisches Wegsperren ohne Verhältnismäßigkeit und Berücksichtigung individueller Therapieverläufe [7], was nebenbei bemerkt ein lukrative Geschäft ist. Ein Unterbringungsplatz pro Gefangenem und Monat kostet 10.500 Euro. Menschen werden in die forensische Psychiatrie nach § 63 StGB und § 64 StGB überführt, wenn eine Tat nach (§20 StGB) als “nicht schuldfähig“ bzw. „erheblich eingeschränkt schuldfähig“ (§21StGB) bewertet wird. In Kraft ist das Gesetz zur „Sicherung und Besserung“ seit 1934! Während §64 die Unterbringung an eine Sucht-Thematik koppelt und auf zwei Jahre begrenzt ist, bedeutet §63 eine Unterbringung ohne Zeitbegrenzung. Ein „Raus-kommen“ ist an „Kooperation“ und „Einsicht“ in die zur Last gelegten Taten/Krankheiten, geknüpft. Maßregelvollzug ist ein Aussonderungsort und häufig Endstation für „störende“, „unbequeme“ und „vermeintlich gefährliche“ Menschen. Dabei ist es symptomatisch für unsere Gesellschaft, dass Menschen immer mehr aus ihren sozialen Bezügen heraus fallen und dies so lange nicht interessiert, bis eine Falle – in dem Fall die der forensischen Psychiatrie – zuschnappt. Das ist ein Resultat verfehlter Sozial- und Gesundheitspolitik.Bei „psychischer Störung“ im Zusammenhang mit Delikten lässt sich von einem Paradigmenwechsel sprechen. Im Zweifel für eine angeklagte Person im Zusammenhang einer „psychischen Erkrankung“ bedeutet: im Zweifel gegen die angeklagte Person.
Neben der Forensik als Vollzugsort und dem Gericht, das in die Forensik verurteilt (Strafprozesskammern) und die Aufsicht über die Unterbringung hat (Strafvollstreckungskammern), spielen die vom Gericht bestellten „unabhängigen“ Gutachter*innen eine wesentliche Rolle im „Wegschließ-Kartell“. Sie haben die Aufgabe, festzustellen ob eine Tat in einem nicht schuldfähigen Zustand begangen wurde. Weiterhin besitzen sie die Autorität, Krankheitsverläufe „ zu prophezeien“ und zukünftige Gefährlichkeit zu prognostizieren. Neben dem gängigen Diagnoseinstrument ICD-10 haben sie weitgehend freie Hand betreffs ihrer Methoden und „Mess-instrumente“. So werden neben Gesprächen vermehrt Computer- und „Multiple-Choice Verfahren“ zur Ermittlung bestehender Gefahren eingesetzt. Auch aus Bagatelldelikten kann eine künftige Gefährlichkeit konstruiert werden. Sollte eine zu begutachtende Person sich der Begutachtung verweigern, kann das Gutachten aus Aktenlage geschrieben werden.
Die kritische Psychiaterin Dr. Regina Möckli beschreibt den Gegenstand der forensischen Psychiatrie als „Erziehungscamp“ mit einem „kleinkarierten Tagesablauf“, der auf Repression und Sanktion aufgebaut ist. [8] „Therapeutisch“ ist alles: ob den Tisch abzuwischen, die richtige Kleidung anzuziehen oder sich an Morgenrunden, Stationsversammlungen, Arbeits- und Beschäftigungstherapien zu beteiligen. Erwartet wird, sich anzupassen und mitzumachen bei der vorgesehenen Umprogrammierung. Der Stationsalltag wird vor allem durch das Pflegepersonal beobachtet und dokumentiert. Weiterer Zugriff auf die Gefangenen erfolgt in Einzeltherapien, Bezugsbetreuer-Gesprächen, Fall/ Lockerungskonferenzen, in Oberärzt*innen-Visiten, „Therapiegruppen“ z.b. bei Sucht-Thematik und für Sexualstraftäter*innen. Die wesentliche Therapie besteht in der Verabreichung von (häufig hochdosierten) Psychopharmaka. Ein weiteres Vollzugelement ist das 10-stufige Lockerungssystem, in dem Gefangene erst für kleine, später für größere Zeiträume, zunächst in Begleitung, anschließend alleine sich auf dem Klinikgelände und dann auch außerhalb bewegen dürfen. Zwischen den Lockerungsstufen können Jahre und Jahrzehnte liegen; zurückgestuft wird für was auch immer. Auch gibt es kollektive Rückstufungen. Freizeitgestaltungsmöglichkeit besteht aus täglich einer Stunde Hofgang. Weitere Freizeitmöglichkeiten (in Bremen) sind Kochgruppen, Tischtennis, Billard, wöchentliche Nutzung eines Sportraums und seltene angemeldete Ausflüge für bestimmte „gelockerte“ Gefangene. Anmeldungen für Freizeitangebote sind höchst bürokratisch organisiert. Auch sie werden, um gefügig zu machen, als Sanktions- und Erpressungsmöglichkeit genutzt. Das härteste Repressionsmittel ist die Absonderung in einem Beobachtungsraum/Kriseninterventionsraum. Isolierung in einem speziellen „Sicherungsraum“, in den jederzeit (mit Kameras)das Personal reinschauen kann – meist mit abgeklebten Fenstern, ohne private Gegenstände, ohne Wechselkleidung, ohne Hygieneartikel, häufig ohne Hofgang, ohne Gelegenheit zum Rauchen und weiteren Beschneidungen des Selbst; das gehört zur alltäglichen Lebenssituation der Gefangenen. Häufig dauert das bis zu 5 Tagen (die Praxis zeigt auch längere Absonderungen, mitunter mit Fixierungen.) Vielen Absonderungen fehlt dabei jede Rechtsgrundlage (Absonderung als Sanktion statt als akute Eigen- oder Fremdgefährdung).
Wesentlich für die psychiatrische Herrschaft ist die perfide Nutzung von Sprache. Wegsperren heißt psychiatrisch ausgedrückt „fürsorglicher Freiheitsentzug“ und Zwangsmaßnahmen werden als „fürsorglicher Zwang“ betitelt. Drunter fällt: Zimmergebot, Ausschluss von Freizeitaktivitäten, Arbeit und Therapie, Absonderung, Fixierung, Beobachten bei Nacht, Entzug/Vorenthaltung von Gegenständen, Entzug von Lockerungen und Freigang.
Rahmenbedingungen der forensischen Psychiatrie bieten mit ihrer ungenauen bzw. via Pathologie zu umgehenden Rechtsprechung große Interpretationsspielräume und Platz für Machtmissbrauch und Willkür. Die verschiedenen Leitlinien, Vorschriften, Gesetzestexte (bundesweite Maßregelvollzugesetz, „Psychisch-Kranken-Gesetz“ der Bundesländer) und ein angeblich verzahntes Kontrollsystem bieten Gefangenen keinen Schutz. Aktivist*innen in Bremen haben ein Jahr lang Beschwerden aus der Bremer Forensik evaluiert und ihre Aufarbeitung verfolgt. Diese Begleitung war mehr als ernüchternd. Die vom Senat gesteuerte Besuchskommission bearbeitete z.B. bis Mitte 2017 schriftliche Beschwerden, indem sie sie an die Klinik zur Bearbeitung weiter sendeten. Diese wiederum bügelte die Beschwerden in allen bekannten Fällen ab. „Freundliche“ Antwort der Besuchskommission an die Beschwerdeführer*innen war die Bitte, sich beim nächsten Mal direkt an die Klinik zu wenden! Beschwerden und Strafanzeigen gegen Klinikmitarbeiter*innen, welche ans Gericht gesendet wurden, werden in Bremen so gut wie überhaupt nicht beantwortet. Auch wurde dokumentiert, dass Gefangene mit Repressionen erpresst/sanktioniert wurden, nachdem sie sich beschwerten. Sie sollten verlegt werden und ihnen wurden Aktivitäten verwehrt. Besuchskommission und Senat wurden nicht einmal im Tötungsfall des Insassen Ahmet Agirs tätig.
Fazit
Die Psychiatrie ist eine gefährliche Institution. Ihre vorhandene Allmacht- und Monopolstellung kann keineswegs ihre Legitimation erzeugen, ebenso wenig die Tatsache, dass es „(psychisches) Leiden“ gibt. Psychiatrie präsentiert sich als helfende Instanz. Für viele Erfahrene und Kritiker*innen ist sie Ort der Unterdrückung und Zerstörung. Nicht nur forensische Psychiatrie, ebenso Allgemeinpsychiatrien sind häufig geprägt von einem Klima, in dem „Hilfe/Gesundung“ unmöglich ist. Strukturell organisierte und häufig geleugnete/ als notwendig verkaufte Fremdbestimmung, schädliche Medikamente und Gewalt gehören zum Alltag.
Defizitäre pathologisch-biologische Betrachtungsweisen, wie sie die Psychiatrie vollzieht, verkennt den Menschen in seiner komplexen Identität und Lebenswelt. Über diesen Prozess der Krankschreibung werden „Zustände“/„Symptome“, die aus sozialen Verhältnissen erwachsen, individualisiert, was einen politischen und kollektiven Umgang verhindert bzw. erschwert. Die Vergangenheit, sowie die Gegenwart der Psychiatrie alarmieren, diese Bühnen nicht den „Fachkreisen“ und „Zuständigen“ zu überlassen. Eine Patientenverfügung kann verhindern, sich begutachten und/oder behandeln lassen zu müssen. Es bleibt an uns, der psychiatrischen Macht etwas entgegenzusetzen. Ein Aufruf, die Realität zu dekonstruieren, Psychiatrien und Knäste zum Einsturz bringen.
Vernetzungstreffen zum Thema Zwangspsychiatrie und Forensik-Kritik
Betroffene, Angehörige, Aktivist*innen in verschiedenen Städten bemühen sich, ein Vernetzungstreffen im Herbst zu veranstalten. Rahmen und Ort stehen noch nicht fest. Denkbar wäre ein Wochenende mit viel Zeit und Raum, um in Kontakt zu kommen. Bei Interesse, dieses Vernetzungstreffen mitzuplanen oder einfach nur teilzunehmen, die unten angeführte E-mail Adresse kontaktieren.
Erste Themenvorschläge für ein Vernetzungstreffen
– Aufbau einer funktionierenden Kommunikationsstruktur verschiedener Inhaftierter, Gruppen, Aktivist*innen
– Handlungsstrategien austauschen/ weitere entwickeln
– Informationen zu Gutachter*innen und Anwält*innen zusammentragen
– Welche Rolle spielen Anwält*innen, das Gericht, Behörden, die „Sozialpsychiatrie“? Wie kann mit Gefangenen in Kontakt gekommen werden? Was für Unterstützungen sind notwendig? Was tun, wenn durch Psychiatrie-kritische Aktivitäten Repressionen gegen Inhaftierte gerichtet werden? Wie kann mit transformativer Gerechtigkeit umgegangen werden? Wie können Rückzugsräume/ Unterstützungen aufgebaut werden, die Forensikunterbringungen verhindern?
Kontakt: stattpsychiatrie@riseup.net
[1] Joers (2011): für verrückt erklärt. In: Zeit vom 31.8.11
[2] statistisches Bundesamt, Strafvollstreckungstatistik (Maßregelvollzug 2013/2014)
[3] Bundeszentrale für politische Bildung URL: http://www.bpb.de/apuz/32973/psychiatrische-massregelbehandlung; Zugriff: 21.4.18
[4] Leygraf (1988), Seifert und Leygraf (1997), Kutscher und Seifert (2009); zitiert nach Dönisch-Seidel (2014): S.190. Gemeindepsychiatrie- die Forensik der Zukunft?
[5] Schalast (2014): S.181 ff. In: Aggression, Gewalt und die Psychiatrie.
[6] Haarnagel (2016): aus In den Fängen der Psychiatrie; ODYSSO (2016): Wissen im SWR. URL: www.youtube.com/watch?v=OTYpdJXrmpo. Zugriff: 4.12.17.
[7] Spengler (2004): Maßregelvollzug: Ungebremster Zuwachs. In: Ärzteblatt. 101(41): A-2730 / B-2301 / C-2208
[8] Möckli: In: Hoffmann (2015): Die forensische Psychiatrie ist irrsinnig geworden! URL: www.youtube.com/watch?v=QgP6eV-6Uk0. Zugriff: 18.12.17.
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  • Wie viele sind hinter Gittern, die wir draußen brauchen".- Ausgabe August 5. August 2019
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Psychiatrie ist neben dem Knast eines der mächtigsten Instrumente, die der Staat gegen die Menschen zu bieten hat.Psychiatrie kritische Gruppe HB


(forensische) Psychiatrie – Ein Ort der Herrschaft

Themen:Psychiatrie
Von: gi 20. Mai 2018
Psychiatrie kritische Gruppe HB (stattpsychiatrie@riseup.net)
Der Text entstand in Anlehnung, an einen noch unveröffentlichten Text, der voraussichtlich 2018/2019 im 2.Band „Gegendiagnose – Beiträge zur radikalen Kritik an Psychiatrie und Psychologie“ in erweiterter Form erscheinen wird.
Psychiatrie ist neben dem Knast eines der mächtigsten Instrumente, die der Staat gegen die Menschen zu bieten hat. Ihre Waffen: Entzug von Freiheit und Rechten, seelische und geistige Entmündigung, Diagnosen sowie Behandlung.
Forensische Psychiatrie steht exemplarisch für Zwang in der Psychiatrie und weist dabei ein massives Potential an rechtsstaatlich geschützter Gewalt auf. Anliegen der Autor*innen ist es, wenn auch im Folgenden Merkmale der forensischen Internierung beschrieben werden, die gesamte psychiatrische Maschinerie als einen Apparat zu verstehen. Es gibt keine „gute“ Psychiatrie! Ihre Waffen (Diagnosen und Therapien, vor allem pharmakologische…) wirken nicht erst an der Schnittstelle zwischen Knast und Psychiatrie – dem „Psycho-Knast“, der forensischen Psychiatrie oder auch Maßregelvollzug genannt.
Das psychiatrische System verwaltet 1,3 Millionen in gesetzlicher Betreuung. Jährlich werden 200.000 Menschen gegen ihren Willen in die Psychiatrie eingewiesen, davon 10.875 in die forensische Psychiatrie. [1], [2] Psychiatrie steht wie das Knast-System durch gesetzliche Reglementierung von Freiheitsrechten im Spannungsfeld staatlicher Herrschaft. Neben dem Knast ist auch Psychiatrie eine totale Institution, die im Namen von „Gesundheit“, „Fürsorge“, „Resozialisierung“ und „Sicherheit“ mit Abweichungen von der „Norm“ und/oder Regelverletzungen umgeht. Über Etikettierung (Diagnose) werden Abweichungen von einer „Norm“ definiert, und der Zugriff auf eine Person (Behandlung/Therapie) wird legitimiert. Das Definitions-, Macht-, und Gewaltmonopol liegt beim Staat – und von ihm verliehen – bei den meist privatisierten Gesundheitsbetrieben, bzw. den innerhalb und für sie Agierenden.
Während der Knast von allen Menschen, die nicht an Wegsperr-Logik glauben, schnell durchschaut und als Sanktions-, und Repressionsapparat enttarnt werden kann, wirkt der Machtkomplex, dem die Psychiatrie innewohnt, subtiler. Vor allem liegt das am Label „Gesundheit“, „Fürsorge“ und „Therapie“- unter dem repressiv gegen Menschen vorgegangen wird.
Psychiatrie und insbesondere Forensik, wird häufig tabuisiert, vergessen und unterschätzt, auch in linksradikalen Diskursen. Medienbilder suggerieren, dass innerhalb der forensischen Psychiatrie Mörder*innen und Vergewaltiger*innen vor der Gesellschaft weggeschlossen werden. Im Namen der „Heilung“ geraten vor allem Menschen, deren Lebenssituationen häufig schon im Vorfeld diskriminierenden Mechanismen unterliegen, und Menschen, die nicht regelkonform leben wollen und/oder können, in langfristige „Obhut“ des Staates. Statistisch gesehen hat jede/r dritte Maßregelpatient/in eine Heimsozialisation erfahren. Häufig waren Maßregelpatient*innen bereits vorher im Knast und/oder in der Psychiatrie. Stark angestiegen ist auch der Anteil der Untergebrachten mit einem nicht-deutschen Hintergrund, die leicht in repressive Staatsmühlen geraten. [3] In den letzten 30 Jahren erlebte das Geschäft mit dem Maßregelvollzug einen regelrechten Boom. Maßregelplätze haben sich dabei fast verdreifacht2; die Verweildauer im MRV stieg ebenfalls an. Und es wird weiter aufgerüstet und umgerüstet. Untersuchungen stellten fest, dass die Zahl der Delikte, die eine Einweisung in die forensische Psychiatrie rechtfertigen (sollen), innerhalb psychiatrischer Einrichtungen erheblich angestiegen sind. In einer Studie zu „Anlassdelikten im institutionellen Rahmen“ in Baden-Württemberg wird das erschreckende Studienergebnis angeführt, dass es sich bei jeder vierten forensischen Einweisung um ein Einweisungsdelikt im institutionellen Rahmen handelt, andere Untersuchungen kamen zu ähnlichen Ergebnissen. [3], [4], [5] Kritiker*innen sprechen in diesem Zusammenhang von einem Prozess der „Forensifizierung“. Jedes vierte psychiatrische Bett – so die Vermutung – befindet sich mittlerweile in der forensischen Psychiatrie. [6] Der Blick auf „Hochrisikopersonen“, bewirkte ein kategorisches Wegsperren ohne Verhältnismäßigkeit und Berücksichtigung individueller Therapieverläufe [7], was nebenbei bemerkt ein lukrative Geschäft ist. Ein Unterbringungsplatz pro Gefangenem und Monat kostet 10.500 Euro. Menschen werden in die forensische Psychiatrie nach § 63 StGB und § 64 StGB überführt, wenn eine Tat nach (§20 StGB) als “nicht schuldfähig“ bzw. „erheblich eingeschränkt schuldfähig“ (§21StGB) bewertet wird. In Kraft ist das Gesetz zur „Sicherung und Besserung“ seit 1934! Während §64 die Unterbringung an eine Sucht-Thematik koppelt und auf zwei Jahre begrenzt ist, bedeutet §63 eine Unterbringung ohne Zeitbegrenzung. Ein „Raus-kommen“ ist an „Kooperation“ und „Einsicht“ in die zur Last gelegten Taten/Krankheiten, geknüpft. Maßregelvollzug ist ein Aussonderungsort und häufig Endstation für „störende“, „unbequeme“ und „vermeintlich gefährliche“ Menschen. Dabei ist es symptomatisch für unsere Gesellschaft, dass Menschen immer mehr aus ihren sozialen Bezügen heraus fallen und dies so lange nicht interessiert, bis eine Falle – in dem Fall die der forensischen Psychiatrie – zuschnappt. Das ist ein Resultat verfehlter Sozial- und Gesundheitspolitik.Bei „psychischer Störung“ im Zusammenhang mit Delikten lässt sich von einem Paradigmenwechsel sprechen. Im Zweifel für eine angeklagte Person im Zusammenhang einer „psychischen Erkrankung“ bedeutet: im Zweifel gegen die angeklagte Person.
Neben der Forensik als Vollzugsort und dem Gericht, das in die Forensik verurteilt (Strafprozesskammern) und die Aufsicht über die Unterbringung hat (Strafvollstreckungskammern), spielen die vom Gericht bestellten „unabhängigen“ Gutachter*innen eine wesentliche Rolle im „Wegschließ-Kartell“. Sie haben die Aufgabe, festzustellen ob eine Tat in einem nicht schuldfähigen Zustand begangen wurde. Weiterhin besitzen sie die Autorität, Krankheitsverläufe „ zu prophezeien“ und zukünftige Gefährlichkeit zu prognostizieren. Neben dem gängigen Diagnoseinstrument ICD-10 haben sie weitgehend freie Hand betreffs ihrer Methoden und „Mess-instrumente“. So werden neben Gesprächen vermehrt Computer- und „Multiple-Choice Verfahren“ zur Ermittlung bestehender Gefahren eingesetzt. Auch aus Bagatelldelikten kann eine künftige Gefährlichkeit konstruiert werden. Sollte eine zu begutachtende Person sich der Begutachtung verweigern, kann das Gutachten aus Aktenlage geschrieben werden.
Die kritische Psychiaterin Dr. Regina Möckli beschreibt den Gegenstand der forensischen Psychiatrie als „Erziehungscamp“ mit einem „kleinkarierten Tagesablauf“, der auf Repression und Sanktion aufgebaut ist. [8] „Therapeutisch“ ist alles: ob den Tisch abzuwischen, die richtige Kleidung anzuziehen oder sich an Morgenrunden, Stationsversammlungen, Arbeits- und Beschäftigungstherapien zu beteiligen. Erwartet wird, sich anzupassen und mitzumachen bei der vorgesehenen Umprogrammierung. Der Stationsalltag wird vor allem durch das Pflegepersonal beobachtet und dokumentiert. Weiterer Zugriff auf die Gefangenen erfolgt in Einzeltherapien, Bezugsbetreuer-Gesprächen, Fall/ Lockerungskonferenzen, in Oberärzt*innen-Visiten, „Therapiegruppen“ z.b. bei Sucht-Thematik und für Sexualstraftäter*innen. Die wesentliche Therapie besteht in der Verabreichung von (häufig hochdosierten) Psychopharmaka. Ein weiteres Vollzugelement ist das 10-stufige Lockerungssystem, in dem Gefangene erst für kleine, später für größere Zeiträume, zunächst in Begleitung, anschließend alleine sich auf dem Klinikgelände und dann auch außerhalb bewegen dürfen. Zwischen den Lockerungsstufen können Jahre und Jahrzehnte liegen; zurückgestuft wird für was auch immer. Auch gibt es kollektive Rückstufungen. Freizeitgestaltungsmöglichkeit besteht aus täglich einer Stunde Hofgang. Weitere Freizeitmöglichkeiten (in Bremen) sind Kochgruppen, Tischtennis, Billard, wöchentliche Nutzung eines Sportraums und seltene angemeldete Ausflüge für bestimmte „gelockerte“ Gefangene. Anmeldungen für Freizeitangebote sind höchst bürokratisch organisiert. Auch sie werden, um gefügig zu machen, als Sanktions- und Erpressungsmöglichkeit genutzt. Das härteste Repressionsmittel ist die Absonderung in einem Beobachtungsraum/Kriseninterventionsraum. Isolierung in einem speziellen „Sicherungsraum“, in den jederzeit (mit Kameras)das Personal reinschauen kann – meist mit abgeklebten Fenstern, ohne private Gegenstände, ohne Wechselkleidung, ohne Hygieneartikel, häufig ohne Hofgang, ohne Gelegenheit zum Rauchen und weiteren Beschneidungen des Selbst; das gehört zur alltäglichen Lebenssituation der Gefangenen. Häufig dauert das bis zu 5 Tagen (die Praxis zeigt auch längere Absonderungen, mitunter mit Fixierungen.) Vielen Absonderungen fehlt dabei jede Rechtsgrundlage (Absonderung als Sanktion statt als akute Eigen- oder Fremdgefährdung).
Wesentlich für die psychiatrische Herrschaft ist die perfide Nutzung von Sprache. Wegsperren heißt psychiatrisch ausgedrückt „fürsorglicher Freiheitsentzug“ und Zwangsmaßnahmen werden als „fürsorglicher Zwang“ betitelt. Drunter fällt: Zimmergebot, Ausschluss von Freizeitaktivitäten, Arbeit und Therapie, Absonderung, Fixierung, Beobachten bei Nacht, Entzug/Vorenthaltung von Gegenständen, Entzug von Lockerungen und Freigang.
Rahmenbedingungen der forensischen Psychiatrie bieten mit ihrer ungenauen bzw. via Pathologie zu umgehenden Rechtsprechung große Interpretationsspielräume und Platz für Machtmissbrauch und Willkür. Die verschiedenen Leitlinien, Vorschriften, Gesetzestexte (bundesweite Maßregelvollzugesetz, „Psychisch-Kranken-Gesetz“ der Bundesländer) und ein angeblich verzahntes Kontrollsystem bieten Gefangenen keinen Schutz. Aktivist*innen in Bremen haben ein Jahr lang Beschwerden aus der Bremer Forensik evaluiert und ihre Aufarbeitung verfolgt. Diese Begleitung war mehr als ernüchternd. Die vom Senat gesteuerte Besuchskommission bearbeitete z.B. bis Mitte 2017 schriftliche Beschwerden, indem sie sie an die Klinik zur Bearbeitung weiter sendeten. Diese wiederum bügelte die Beschwerden in allen bekannten Fällen ab. „Freundliche“ Antwort der Besuchskommission an die Beschwerdeführer*innen war die Bitte, sich beim nächsten Mal direkt an die Klinik zu wenden! Beschwerden und Strafanzeigen gegen Klinikmitarbeiter*innen, welche ans Gericht gesendet wurden, werden in Bremen so gut wie überhaupt nicht beantwortet. Auch wurde dokumentiert, dass Gefangene mit Repressionen erpresst/sanktioniert wurden, nachdem sie sich beschwerten. Sie sollten verlegt werden und ihnen wurden Aktivitäten verwehrt. Besuchskommission und Senat wurden nicht einmal im Tötungsfall des Insassen Ahmet Agirs tätig.
Fazit
Die Psychiatrie ist eine gefährliche Institution. Ihre vorhandene Allmacht- und Monopolstellung kann keineswegs ihre Legitimation erzeugen, ebenso wenig die Tatsache, dass es „(psychisches) Leiden“ gibt. Psychiatrie präsentiert sich als helfende Instanz. Für viele Erfahrene und Kritiker*innen ist sie Ort der Unterdrückung und Zerstörung. Nicht nur forensische Psychiatrie, ebenso Allgemeinpsychiatrien sind häufig geprägt von einem Klima, in dem „Hilfe/Gesundung“ unmöglich ist. Strukturell organisierte und häufig geleugnete/ als notwendig verkaufte Fremdbestimmung, schädliche Medikamente und Gewalt gehören zum Alltag.
Defizitäre pathologisch-biologische Betrachtungsweisen, wie sie die Psychiatrie vollzieht, verkennt den Menschen in seiner komplexen Identität und Lebenswelt. Über diesen Prozess der Krankschreibung werden „Zustände“/„Symptome“, die aus sozialen Verhältnissen erwachsen, individualisiert, was einen politischen und kollektiven Umgang verhindert bzw. erschwert. Die Vergangenheit, sowie die Gegenwart der Psychiatrie alarmieren, diese Bühnen nicht den „Fachkreisen“ und „Zuständigen“ zu überlassen. Eine Patientenverfügung kann verhindern, sich begutachten und/oder behandeln lassen zu müssen. Es bleibt an uns, der psychiatrischen Macht etwas entgegenzusetzen. Ein Aufruf, die Realität zu dekonstruieren, Psychiatrien und Knäste zum Einsturz bringen.
Vernetzungstreffen zum Thema Zwangspsychiatrie und Forensik-Kritik
Betroffene, Angehörige, Aktivist*innen in verschiedenen Städten bemühen sich, ein Vernetzungstreffen im Herbst zu veranstalten. Rahmen und Ort stehen noch nicht fest. Denkbar wäre ein Wochenende mit viel Zeit und Raum, um in Kontakt zu kommen. Bei Interesse, dieses Vernetzungstreffen mitzuplanen oder einfach nur teilzunehmen, die unten angeführte E-mail Adresse kontaktieren.
Erste Themenvorschläge für ein Vernetzungstreffen
– Aufbau einer funktionierenden Kommunikationsstruktur verschiedener Inhaftierter, Gruppen, Aktivist*innen
– Handlungsstrategien austauschen/ weitere entwickeln
– Informationen zu Gutachter*innen und Anwält*innen zusammentragen
– Welche Rolle spielen Anwält*innen, das Gericht, Behörden, die „Sozialpsychiatrie“? Wie kann mit Gefangenen in Kontakt gekommen werden? Was für Unterstützungen sind notwendig? Was tun, wenn durch Psychiatrie-kritische Aktivitäten Repressionen gegen Inhaftierte gerichtet werden? Wie kann mit transformativer Gerechtigkeit umgegangen werden? Wie können Rückzugsräume/ Unterstützungen aufgebaut werden, die Forensikunterbringungen verhindern?
Kontakt: stattpsychiatrie@riseup.net
[1] Joers (2011): für verrückt erklärt. In: Zeit vom 31.8.11
[2] statistisches Bundesamt, Strafvollstreckungstatistik (Maßregelvollzug 2013/2014)
[3] Bundeszentrale für politische Bildung URL: http://www.bpb.de/apuz/32973/psychiatrische-massregelbehandlung; Zugriff: 21.4.18
[4] Leygraf (1988), Seifert und Leygraf (1997), Kutscher und Seifert (2009); zitiert nach Dönisch-Seidel (2014): S.190. Gemeindepsychiatrie- die Forensik der Zukunft?
[5] Schalast (2014): S.181 ff. In: Aggression, Gewalt und die Psychiatrie.
[6] Haarnagel (2016): aus In den Fängen der Psychiatrie; ODYSSO (2016): Wissen im SWR. URL: www.youtube.com/watch?v=OTYpdJXrmpo. Zugriff: 4.12.17.
[7] Spengler (2004): Maßregelvollzug: Ungebremster Zuwachs. In: Ärzteblatt. 101(41): A-2730 / B-2301 / C-2208
[8] Möckli: In: Hoffmann (2015): Die forensische Psychiatrie ist irrsinnig geworden! URL: www.youtube.com/watch?v=QgP6eV-6Uk0. Zugriff: 18.12.17.
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Sonntag, 21. Juli 2019

Folter im Maßregelvollzugszentrum Moringen

Ingo P. leider schon wieder im Bunker vom Maßregelvollzugszentrum Moringen
Liebe Leser/innen,
Vor ca. einem Jahr hatte ich hier über das Schicksal von Ingo P. berichtet. Er war trotz Demo, Strafanzeige gegen Dr. Hesse und mehrere Schreiben an das Niedersächsische Gesundheitsministerium insgesamt 6 Monate im Bunker eingesperrt. Nun hatten wir ihm vor 2 Wochen besucht. Eigentlich ging es ihm gut, bis auf Resignation, Verzweifelung und Hoffnungslosigkeit. Ein paar Tage danach haben wir erfahren, dass er leider wieder im Bunker eingesperrt ist und er nicht einmal Telefonkontakt haben darf.
Hier der Link von meinem Bericht vor ca. einem Jahr.
https://www.facebook.com/groups/319917334873935/permalink/897705980428398/
‎Steenken Doris‎ an Stopp den § 63 StGB
23. Oktober 2018
Folter im Maßregelvollzugszentrum Moringen; Patient schon über 3 Monate in 9 m² Isolierzelle ohne Außenkontakte etc.
Vor vielen Jahren hatte Ingo P. in einer psychischen Krise Stress mit seinem Vater. Es kam auch zu körperlichen Rangeleien, woraufhin Ingo dann für ein ca. 1,5 Jahren mit Beschluss in Osnabrücker Psychiatrie untergebracht wurde.
Nach seiner Entlassung fing er an zu studieren und hatte auch eine Freundin. Irgendwann ging die Beziehung in die Brüche und er hat dann auch sein Studium abgebrochen, was ihm dann auch psychisch sehr belastete. Eines Tages ging er in ein Geschäft für Geschenkartikel. Das was er suchte, hatten die dort nicht. Vor lauter Frust griff er dann nach einer Vase oder ähnlichen Gegenstand und zerdepperte diese vor Wut auf dem Boden. Die Verkäuferin rief die Polizei. Nach einer Personenüberprüfung etc. landete er dann in die Forensik in Osnabrück. Dort hat er dann über 8 Jahre eingesessen. Es wurde ihm immer wieder die Rangelei mit seinem Vater zur Last gelegt und nicht die zerdepperte Vase. Nach seiner Entlassung bekam er 5 Jahre Führungsaufsicht mit der Auflage, regelmäßig den Psychiater zu besuchen und die vom Arzt verordneten Psychopharmaka einzunehmen. Er wohnte alleine in einer eigenen Wohnung und kam regelmäßig in die Selbsthilfegruppe. Nach ca. 3,5 Jahren beklagte er immer mehr die Nebenwirkungen der Medikamente. Weil der Arzt sich nicht auf eine Reduzierung einlies, hat Ingo selber reduziert. Er wurde nach einigen Monaten wieder leicht psychotisch und der Arzt hat ihm dann zur Krisenintervention in die Allgemeinpsychiatrie eingewiesen. Weil er dort mal eine Nacht nicht schlafen konnte, ging er auf dem Flur der Station auf und ab und versuchte mit der Nachtwache ins Gespräch zu kommen. Die Nachtwache wies das Gespräch ab und dann ging Ingo wieder ins Bett und schlief dann doch bis zum nächsten Morgen durch. Dann war Frühstück und danach Visite. Bei der Visite unterstellte der Arzt den Ingo, dass er Nachts die Nachtwache bedroht hätte und dafür nun jetzt fixiert werden mußte. Ingo wehrte sich erst aber dann haben die Pfleger ihm überwälltigt, fixiert und zwangsbehandelt. Als Ingo dann am folgenden Tag dagegen Rechtsmittel einlegen wollte, wurde er sofort in die Forensik verlegt. Nach ca. 7 Monaten kam er dann aber wieder raus und konnte direkt in seiner Wohnung zurück. Am Anfang hat er seine Medikamente wie vorgeschrieben weitergenommen und dann nach ca. einem Jahr wieder wegen der Nebenwirkungen reduziert. In einer darauf folgenen manischen Phase hat er dann mehrere Stühle aus dem Osnabrücker Dom geholt und nach draussen vor dem Dom gestellt. Als der Köster dann kam, argumentierte Ingo damit, dass die Christen bei dem schönen Wetter doch viel besser draussen zum Beten sitzen könnten. Weil Ingo auf mehrmaliger Aufforderung des Kösters, die Stühle nicht wieder rein gebracht hat, hat der Köster die Polizei gerufen. Nach Personenkontrolle/Überprüfung kam Ingo dann wieder in die Forensik Osnabrück. Dort weigerte er sich dann, die Medikamente zu nehmen. Die Ärzte haben dann für Ingo eine gesetzliche Betreuung einrichten lassen, um ihn über diesen Wege seine Medis auch gegen seinen Willen zukommen zu lassen. Als Ingo das mit bekam, gab es eine Rangelei mit den Pflegern und Ingo kam dann in ein Isolierungszimmer. Das Personal kümmerte sich überhaupt nicht um ihn und haben einfach nur das Essen durch eine Klappe rein gereicht und sonst gab es kein Kontakt zum Umfeld. Ingo selber beantragte die Verlegung nach Moringen, die dann auch bewilligt wurde und er wurde dann auch sehr schnell (im Jahr 2012) verlegt. Dort bekam er dann auch immer mal wieder Lockerungen, die dann auch immer wieder zurückgenommen wurden, wenn Ingo leichte psychotische Phasen bekam. Mal kam er auf eine gelockerte Station und dann wieder im Hochsicherheitstrakt und so ging/geht das immer hin und her, obwohl Ingo keinen körperlich angreift oder Ähnliches.
Vor ca. 11 Monaten haben die ihm dann in ein Wohnheim verlegt, wo es ihm aber überhaupt nicht gefiel. Somit kam er wieder zurück nach Moringen auf Station 16 im Hochsicherheitstrakt. Weil er aber weiterhin endlich da raus möchte und nicht mehr die ganzen Psychopharmaka schlucken will, haben die ihm jetzt seit 3 Monate in eine Isolierzelle (Bunker, 9 m², ohne Außenkontakte, ohne Fernseher, ohne Radio, ohne Möbel, nur eine dicke Matte auf den Boden und eine Toilette aus Stahl) gesperrt. Nach ca. 35 Tagen Bunker konnten wir einmal mit ihm telefonieren. Er berichtete, dass er in der ganzen Zeit bis dahin nur drei mal duschen durfte und nur Hofgang bekommt, wenn er fleißig seine Psychopharmaka schluckt und keine Widerworte gibt. Seit 2 Monate können wir nicht einmal mehr mit ihm telefonieren. Besuchen dürfen wir ihn auch nicht. Wir werden immer wieder in einen barschen Ton abgewiesen. Wir haben Strafanzeige gegen das Maßregelvollzugszentrum Moringen erstattet, einen Anwalt eingeschaltet und verschiedene Behörden angeschrieben und über die folter-ähnlichen Missstände in der Forensik Moringen informiert. Bis jetzt leider alles ohne Erfolg.

Wir bitten um Unterstützung, wie z.B. Kontaktaufnahme mit Ingo oder allgemein mit der Forensik. Briefe, Protestaktionen usw…….
Hier die Daten:
Ingo P. (Vollständiger Name kann auch gerne über mein Messenger erfragt werden)
Station 16
Maßregelvollzugszentrum
Mannenstraße 29
37186 Moringen
Tel.: 05554/9790
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Bogna Ruth
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Freitag, 19. Juli 2019

Eingestellt von psychiatrielager.blogspot.com um 09:15 Keine Kommentare:
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Lordi Schadt
9. Juli um 13:19
Eine qualitativ hochwertige Studie der Universität Liverpool stellt den Kern der Psychiatrie in Frage: die psychiatrische Diagnose. Kurz zusammengefasst: Psychiatrische Diagnosen haben keinen wissenschaftlichen Wert, und eine rechtlich nachteilige Sonderbehandlung aufgrund einer solchen 'Diagnose' nach § 63 ist somit wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen ...
Ich füge die google-Übersetzung an ...
______________________
Studie hält psychiatrische Diagnosen für "wissenschaftlich bedeutungslos"
Quelle: Universität Liverpool
Eine neue Studie, die in Psychiatry Research veröffentlicht wurde, kam zu dem Schluss, dass psychiatrische Diagnosen wissenschaftlich wertlos sind, um diskrete psychische Störungen zu identifizieren.
Die von Forschern der University of Liverpool durchgeführte Studie umfasste eine detaillierte Analyse von fünf Schlüsselkapiteln der neuesten Ausgabe des weit verbreiteten diagnostischen und statistischen Handbuchs (DSM) zu den Themen "Schizophrenie", "Bipolare Störung", "depressive Störungen", 'Angststörungen' und 'traumabedingte Störungen'.
Diagnosehandbücher wie das DSM wurden erstellt, um eine gemeinsame Diagnosesprache für Angehörige der psychischen Gesundheitsberufe bereitzustellen und eine endgültige Liste der psychischen Gesundheitsprobleme einschließlich ihrer Symptome zu erstellen.
Die wichtigsten Ergebnisse der Forschung waren:
* Psychiatrische Diagnosen verwenden alle unterschiedliche Entscheidungsregeln
* Zwischen den Diagnosen gibt es eine enorme Überschneidung der Symptome
* Fast alle Diagnosen verschleiern die Rolle von Traumata und leidvollen Lebensereignissen
* Diagnosen sagen wenig über den einzelnen Patienten aus und welche Behandlung sie benötigen
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die diagnostische Kennzeichnung ein „unaufrichtiges Kategoriesystem“ darstellt.
Die leitende Forscherin Dr. Kate Allsopp von der Universität Liverpool sagte: „Obwohl diagnostische Etiketten die Illusion einer Erklärung erzeugen, sind sie wissenschaftlich bedeutungslos und können Stigmatisierung und Vorurteile hervorrufen. Ich hoffe, dass diese Erkenntnisse Fachkräfte der psychischen Gesundheit ermutigen werden, über Diagnosen hinauszudenken und andere Erklärungen für psychische Belastungen in Betracht zu ziehen, wie Traumata und andere negative Lebenserfahrungen.“
Professor Peter Kinderman von der Universität Liverpool sagte: „Diese Studie liefert weitere Beweise dafür, dass der biomedizinische diagnostische Ansatz in der Psychiatrie nicht zweckmäßig ist. Diagnosen, die häufig und unkritisch als „echte Krankheiten“ gemeldet werden, werden tatsächlich auf der Grundlage von intern inkonsistenten, verwirrten und widersprüchlichen Mustern größtenteils willkürlicher Kriterien gestellt. Das Diagnosesystem geht fälschlicherweise davon aus, dass alle Leiden auf Störungen zurückzuführen sind, und stützt sich in hohem Maße auf subjektive Urteile darüber, was normal ist. “
Professor John Read von der University of East London sagte: „Vielleicht ist es an der Zeit, nicht mehr so ​​zu tun, als ob medizinisch klingende Etiketten irgendetwas zu unserem Verständnis der komplexen Ursachen menschlicher Not beitragen oder welche Art von Hilfe wir brauchen, wenn wir in Not sind.“
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Dienstag, 11. Juni 2019

Weisse Folter in Deutsche Psychiatrie

    Petra Susanne Creighton Diese Vitos Klinik unter der Leitung von Frau Dr. Eusterschulte werden Menschen willkürlich zerstört . Wer nicht will muss fühlen . Die wenden die weiße Folter an bis zum Suizid, gedeckt von den Verbänden , Kommunen, Sozialgerichte, Strafgerichte, Betr...Mehr anzeigen
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  • Yves Walthert
    Yves Walthert Ich wurde auch ein Opfer verrückter Forensiker und als Autisten zu einem Schein Schizophrenen gemacht, nach einer verbalen Auseinandersetzung.

    Die machen ganz unheimliche Dinge, bringen Menschen und Tiere in Deiner Anwesenheit um und schauen dabei wohl auf das Verhalten und die Emotionen.

    Heute, bereits seit einigen Jahren erlebe ich auch eine Weisse Folter, viel Action im Umfeld, Mobbing und Beeinflussung auf mein Verhalten, dass ganze wird mit einer Art Verhöhrmethode begleitet einer unheimlichen Kommunikation.

    Vielleicht wird das ganze Debakel in der Psychiatrie und Forensik gerade untersucht, Psychiatrie Kritiker melden sich bei mir.

    Es ist zwar harter Tuback was die machen, ähnlich einem Hyper Spiel oder Tau Spiel, doch bis jetzt wurde niemand mehr aus meinem Umfeld umgebracht, nur weggenommen, dass man mich Monate später damit Konfrontieren kann.

    Das die Polizei in diese Tödlichen Spiele mit verwickelt ist überrascht zwar nicht aber es ist eine umwerfende Erkenntniß was sich da hinter dem Rücken durch zuträgt.

    Auch in der Schweiz würde es nicht Schaden den angekratzten Ruf der Psychiatrie und Forensik aufzubessern. Auch für viele Ausländer gilt die Schweiz als eines der schlimmsten Länder in dieser Thematik, wir hinken offenbar in vielen Bereichen immer etwas hinterher.
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    • Petra Susanne Creighton
      Petra Susanne Creighton Yves Walthert daran sieht man das Deutschland, Schweiz und Österreich nur die Maschinerie der Kabale durchführen. Diese Krankheiten existieren gar nicht, nur zum Wohlergehen der Pharmakonzerne
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  • Petra Susanne Creighton
    Petra Susanne Creighton Und ich habe jetzt 12 Anzeigen wegen Üble Nachrede und Beleidigungen obwohl ich die Wahrheit sagte
Eingestellt von psychiatrielager.blogspot.com um 02:37 Keine Kommentare:
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