Über
das neuerschienene Buch des amerikanischen Psychiaters Allen
Frances
mit dem deutschen Titel “Normal”
(erschienen im Dumont-Verlag.
Englischer
Originaltitel:
“Saving
Normal“)
ist in den Medien schon ausführlich berichtet worden und es werden
wohl noch weitere Artikel zu diesem Buch folgen.
Ich
selbst will keine Rezension zu diesem Buch schreiben, und zwar aus
folgendem Grund: Alle meine Feinde (zu
denen leider auch nicht wenige einfältige und geldgierige Psychiater
gehören)
werden dann natürlich denken: “Klar,
jetzt nutzt er dieses Buch als Steilvorlage, um über die Psychiatrie
herzuziehen“.
Folgendes
grundsätzlich:
Die Tatsache, dass in meinem Fall im Jahre 1994 ganz offensichtlich
eine Fehldiagnose geleistet wurde (paranoide
Schizophrenie),
die unter anderem dazu geführt hat, dass ich seit zwanzig
Jahren in der “Umwelt”
(Niklas
Luhmann)
des soziokybernetischen
Systems leben muss und meine Gegner, unter ihnen wohl nicht wenige
Psychiater, meine Situation missbraucht haben, um mich zu quälen und
mich dann ab dem 1.1.2013 zum “Abschuss”
und zur Tötung freizugeben, beweist
noch lange nicht, dass die Psychiatrie grundsätzlich schlecht ist.
Ich
selbst bin zur Zeit im ZfP
Emmendingen
untergebracht und werde dort zumindest von Dr. Stephan
Schieting (dem ärztlichen Direktor) gut behandelt. Und ich sehe
dort auch viele Patienten, die den Aufenthalt in dieser Psychiatrie
wohl brauchen und denen es im Verlauf der Behandlung dort auch
zunehmend besser geht.
Bei
mir kommt noch hinzu, dass der Hauptgrund dafür, dass ich zum
“Abschuss”
und zur Tötung freigegeben wurde, gar
nicht im psychiatrischen Bereich lag.
Hätte
ich diesen
Blog
nie geschrieben und mich in diesem Blog vor allem nicht kritisch zum
Eurokrisen-Management
der aktuellen deutschen schwarz-gelben Regierungskoalition (Kabinett
Merkel II)
geäußert, hätte man mich wohl problemlos weiterleben lassen. Das
heißt, der eigentliche Grund dafür, dass ich umgelegt werden
sollte, war dieser Blog und vor allem meine kritischen
Eurokrisen-Artikel.
Ich
sollte im Prinzip aus
politischen Gründen
umgelegt werden, wobei man dann wohl als Vorwand irgendwelche
psychiatrischen Gründe angeführt hat, zum Beispiel
“Klaus Gauger ist ein gefährlicher, narzisstischer, destruktiver
`Schizo´”,
etc. = Derlei
“Ferndiagnosen” kann jeder mittelmäßige Psychiater sofort
dutzendweise aus dem Ärmel schütteln, wenn er es so will und
vielleicht auch noch gut dafür bezahlt wird.
Da
man im psychiatrischen Bereich sowieso nichts beweisen oder
widerlegen kann, kann jeder Psychiater hier zusammenphantasieren, was
ihm beliebt. Wer
mich nicht mag oder wer dafür gut bezahlt wird, wird immer genug
psychiatrische oder finden, um mich umlegen zu lassen, nicht wahr?
Im
Klartext:
Ein psychiatrischer und vor allem auch ein systemischer
“Extremfall”
wie ich beweist noch lange nicht, dass die Psychiatrie grundsätzlich
nichts taugt.
Ich
bin letztlich mehr das Produkt einer spießigen südbadischen
Provinzstadt namens Freiburg,
zu der auch die konservative Freiburger Oberschicht und die
hiesige zweitklassige Psychiatrie und Psychosomatik und nicht
zuletzt die Freiburger “Psychoszene“ mit
so fragwürdigen Sekten wie der “BGA”
(Bund
gegen Anpassung)
dazugehören als das Produkt der Psychiatrie allgemein.
Jede
Stadt und jeder Chefpsychiater entscheidet für sich selbst und im
Prinzip unabhängig. Die Fehldiagnose (paranoide
Schizophrenie)
habe ich hier in Freiburg erhalten und hier in Freiburg wurde ich
fast zwanzig Jahre systematisch (bzw. systemisch) fertiggemacht,
angelogen, verarscht, blockiert und am Ende zum “Abschuss”
und zur Tötung freigegeben. Jeder Mensch in meiner Umgebung kann von
den oberen Hierarchien des Freiburger soziokybernetischen Systems im
Prinzip gegen mich als Marionette eingesetzt und gelenkt werden.
Letztendlich
war Freiburg in den letzten zwanzig Jahren einfach eine hocheffektive
und potentiell tödliche Falle für mich.
Und
das hat System oder ist - genauer gesagt - systemisch
so angelegt.
Und
da die deutschen Chefpsychiater in der Regel solidarisch
untereinander sind (man
nennt das den “Korpsgeist“,
den es in vielen Berufsständen gibt),
hatte auch keiner von ihnen Lust, sich in diese Sache einzumischen.
Mein
Bruder Stefan Gauger (Entwickler bei SAP
in Walldorf) zum Beispiel lebt seit fast zwanzig Jahren in
Heidelberg. Aber der Chefpsychiater von Heidelberg (sein Name ist
hier belanglos und ich werde den Mann auch nicht `googeln´)
mischt sich hier nicht ein. Und das, obwohl Heidelberg das wohl
wichtigste Zentrum für systemische
Therapie
in ganz Deutschland ist.
Und
so weiter.
Niemand wollte sich hier einmischen. Als
Mensch mit einer Schizophrenie-Diagnose in meiner systemischen
Situation ist man im Prinzip das “Eigentum”
des Chefpsychiaters der jeweiligen Stadt, in der man lebt. Er
entscheidet, ob Du geheilt bist (= ein aktives
Mitglied des soziokybernetischen
Stadtsystems werden darfst). Und er entscheidet auch
darüber, ob man leben darf oder sterben muss.
So
läuft das nun einmal.
Und
jetzt, wo ich diesen Blog geschrieben habe, habe ich zusätzlich auch
noch mächtige deutsche Politiker als Feinde und soll im wesentlichen
aus politischen Gründen
ausgeschaltet werden.
Die deutschen Psychiater (zumindest
die, die mich nicht mögen) liefern seit
einiger Zeit sowieso nur noch die “psychiatrischen
Begleitgründe“,
um meinen “Abschuss”
und meine Tötung zu rechtfertigen.
Freiburg
ist letztlich eine spießige, konservative Provinzstadt in der Hand
von aufgeblasenen Professoren und sonstigen zweitklassigen
Gestalten und nicht zuletzt auch in der Hand von ein paar
ausgeflippten Psycho-,
Öko-
und Esoterikfreaks
und sonstigen Spinnern. Mein
Fall sagt mehr über Freiburg aus als über die Psychiatrie
allgemein. Und mein Fall sagt mittlerweile auch
wesentlich mehr über die Baden-Württembergische politische
Führungsschicht aus als über die Psychiatrie allgemein.
Und
das Thema Madrid
(meine zweite Heimatstadt) lasse ich hier weg, weil Spanien
allgemein sowieso nicht auf mitteleuropäischem Niveau ist. Spanien
ist in vieler Hinsicht immer noch ein Entwicklungsland. Das gilt
natürlich auch für die Psychiatrie, die Psychosomatik und die
Psychotherapieangebote zum Beispiel auch in Madrid. Und im
Moment ist Spanien einfach nur noch eine Provinz des “Neuen
Deutschen Neoliberalen Reiches”
unter Angela Merkel. Wenn
Angela
Merkel
pfeift, kommt Mariano
Rajoy
wedelnd angerannt.
Insofern
kann ich Madrid vergessen.
Um
nun auf das Buch von Allen Frances zurückzukommen: Allen
Frances
bemerkt auf Seite 21 der deutschen Ausgabe seines Buches: “Meine
Schreckensvision ist, dass manche selektiv lesen und dann zur
vollkommen falschen und von mir beabsichtigten Schlussfolgerung
gelangen, ich sei gegen psychiatrische Diagnostik und Behandlung.
Meine Kritik an falsch und unzulänglich praktizierter Psychiatrie
könnte dieser Interpretation Vorschub leisten, dabei würde aber
völlig übersehen, dass ich ein leidenschaftlicher Verfechter der
Psychiatrie bin, wenn sie nach den Regeln der Kunst ausgeübt wird“.
Gut: Also
werde ich mich aus dieser Sache raushalten. Und
ich habe das Buch übrigens nicht
selektiv gelesen, sondern
ich habe klar bemerkt, dass Frances in seinem Buch ebenso
differenziert wie sachkundig und intelligent argumentiert.
Was
ist nun eigentlich das Besondere an diesem Buch, im Vergleich zu den
zahlreichen anderen psychiatriekritischen Werken, die schon auf dem
Büchermarkt angeboten werden?
Der
Philosoph Geert
Keil
benennt in seinem Nachwort zu “Normal”
(S.
393 – 413) die
Besonderheiten dieses Buches:
“-
Zunächst: Die Kritik stammt von einem hochrenommierten Insider der
Psychiatrie. Frances weiß, wovon er spricht. Unter seiner
Federführung ist die 1994 veröffentlichte Vorgängerversion IV des
DSM-Handbuches
entstanden, die nun durch das DSM -5 abgelöst wird. Die New
York Times
hat Frances seinerzeit “den einflussreichsten Psychiater Amerikas”
genannt.
-
Menschen, die in verantwortlicher Position tätig waren, finden im
Alter häufig, dass ihre Nachfolger alles schlechter machen. Diese
psychologisierende Erklärung verfängt aber hier nicht. Des Autors
j´accuse
mischt
sich mit einem mea
culpa:
Frances berichtet selbstkritisch von seiner eigenen Arbeit am DSM-IV
und von seinen Fehldiagnosen als junger Psychiater.
-
Er erklärt nicht alle Übel aus einer Wurzel. Auch wenn die
Pharmaindustrie den größten Schaden anrichte, indem sie mit
immensem Werbeaufwand Psychopharmaka in den Massenmarkt drücke, sei
sie doch keine kriminelle Vereinigung. Sie verhalte sich so, wie
profitorientierte Unternehmen es eben tun, um am Markt erfolgreich zu
sein. Sie kann die diagnostische Inflation auch nicht aus eigener
Kraft in Gang setzen, sondern ist auf einen entgegenkommenden
Gesetzgeber und auf die Autoren der “Psychiatriebibel”
angewiesen, nach der Ärzte ihre Diagnosen verschlüsseln müssen.
-
Seine Inflationswarnung macht Frances nicht blind für gegenläufige
Entwicklungen. Viele psychische Störungen, beispielweise die
Depression und posttraumatische Belastungsstörungen, würden in
großem Ausmaß über- und
unterdiagnostiziert. (…).
-
Bei aller Schärfe seiner Kritik redet Frances keiner
Alternativmedizin das Wort. (…). Frances ist dagegen Anhänger
der evidenzbasierten Medizin. (…).
-
So ist Frances´ Ziel am Ende ein konstruktives: Er möchte mit der
Normalität im selben Zug die Psychiatrie retten: Die Psychiatrie
solle sich auf die Grenzen ihrer Kompetenz beschränken, bei der
Überarbeitung des Diagnosekatalogs maximal konservativ und
evidenzbasiert vorgehen, sich des hippokratischen Grundsatzes “primum
non nocere”
erinnern und Distanz zur Pharmaindustrie wahren”.
Tja,
die Besonderheiten dieses Buches hat Geert
Keil
in seinem Nachwort recht bündig und umfassend zusammengetragen. So
sehe ich das auch.
Was
nun das Buch selbst angeht:
Hierzu sind schon einige recht gute Rezensionen und Interviews mit
Allen
Frances
in deutschen Tageszeitungen und Magazinen erschienen. Die
biete ich jetzt also einfach hier verlinkt an.
Und wenn
ihr mehr wissen wollt, dann `googelt´
eben fleißig. Da Allen Frances ein Starpsychiater in den USA ist,
werdet ihr jede Menge gerade auch englischsprachiger Artikel von
Allen Frances selbst und über ihn und auch über sein vor kurzem
neuerschienenes Buch “Normal”
(Deutsche
Ausgabe) bzw.
“Saving
Normal”
(Englische
Ausgabe) finden.
Und
dabei belasse ich es.