Montag, 26. Oktober 2015

Wie komme ich an meine Psychiatrie-Akte?

Wie komme ich an meine Psychiatrie-Akte?Ausdauer ist notwendig. Erst mal mit einem Brief an die entsprechende Psychiatrie unter Fristsetzung die Akteneinsicht verlangen. Diesen Brief vorab als Fax senden, damit die Zustellung dokumentiert ist. Rechtens wäre darauf die Zulassung der Akteneinsicht durch die Klinik.
Wenn die Einsicht allerdings verweigert werden sollte, wie das weit verbreitet der Fall ist, dann Geld für einen Anwalt zusammenkratzen und ihn nochmals den gleichen Brief schreiben lassen. Einem Anwalt die Akteneinsicht zu verweigern, kostet die Klinik eine Niederlage, wenn es gerichtlich durchgesetzt wird. Selbstverständlich ist der Anwalt bei der Akteneinsicht nur dabei behilflich, dass man selber alles durchsehen kann und sich das raussucht, was man kopieren möchte und was für eine Klage eventuell hilfreich sein könnte.
In einem Beschluss vom 9. Januar 2006 – 2 BvR 443/02 – hat das Bundesverfassungsgericht dieses Recht auf Akteneinsicht auch Gefangenen in der Forensik zugesprochen!
In einem Artikel in der Recht & Psychiatrie 1/2011 wird dies für alle psychiatrischen Dokumentationen nochmals umfassend bestätigt und begründet.
> 11 Stimmt es, dass der Postbote Gert Postel so ein guter Psychiater war?
JA!
Denn zumindest ist in seiner Flensburger Zeit die Zwangseinweisungsrate um 86% heruntergegangen.
Siehe: www.antipsychiatrie.de/io_08/postel.htm
> 13 Was gibt es zur forensischen Psychiatrie zu sagen?
Dass sie in der BRD bankrott ist.
Und zwar wird das inzwischen sogar vom „Spiegel“ (Nr. 44/2002, Seite 82-87), festgestellt:
Titel: „Noch gefährlicher durch Therapie“
„Denn wie kaum ein anderer ist sein Fall ein Menetekel, eine Illustration des Elends der forensischen Medizin und Justiz.“; „Schmökel ist nach seinem jahrelangen Aufenthalt in der Psychiatrie gewitzt genug, bei verschiedenen Gutachtern virtuos verschiedene Versionen seiner Taten, Gedanken, Phantasien zu präsentieren.“
Danach sieht es schlecht aus, dass noch weiter von der Öffentlichkeit geglaubt wird, ein forensisches Gutachten wäre je mehr als ein reines Wortgestöber gewesen, um das absolute Nichtwissen der Gutachter zu kaschieren. Ein Beweis mehr, dass es niemals je ein psychiatrisches Wissen gab.

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