Michael
Perez ist nun seit 7 Jahren in der geschlossenen Psychiatrie und erst vor kurzem
wurde ein weiteres Jahr willkürlich beschlossen.
Er
wurde 2008 wegen einer versuchten gefährlichen Körperverletzung zu 9 Monaten
Freiheitsstrafe und der Unterbringung im Maßregelvollzug nach § 63
verurteilt.
Seine
Schwester Bianka Perez startete eine
Petition und nahm Kontakt zu verschiedenen Pressevertretern
auf, denn bei der sogenannten "Anlasstat". die zu seiner geschlossenen
Unterbringung führte, handelte es sich lediglich um einen Faustschlag.
Das
Opfer hatte weder bleibende Schäden noch sonstige Folgen nach dieser Tat zu
beklagen. Herr Perez hatte den Faustschlag seinerzeit zugegeben. Ihm wurde
jedoch auch unterstellt, einen spitzen Gegenstand verwendet zu haben, was er
verneinte. Die "Tatwaffe" wurde von der Polizei nie gefunden.
Man
diagnostizierte in dem damaligen Gutachten eine Cannabis Psychose und eine
Persönlichkeitsstörung und ließ ihn in die Rheinhessen Fachklinik in Alzey
einweisen. Dort wurde er von Anfang an unter sehr starke Neuroleptika
gesetzt.
Dass
so eine einmalige Anlasstat, wie sie vermutlich an jedem Wochenende mit
Bundesligaspielen in der Hooliganszene im Dutzend vorkommt, zu einer so lange
anhaltenden geschlossenen Unterbringung führt, ist in der Zwangspsychiatrie kein
Einzelfall. Zuvor war er nie wegen "Kirmesschlägereien" oder ähnlichen
Gewalttaten auffällig geworden.
Heute
befindet sich Herr Perez in der Rheinmosel Fachklinik Andernach bei Koblenz.
Immer wieder wurden ihm verschiedene Zwangsmaßnahmen auferlegt - von Fixierung
bis hin zu Einzelunterbringung, wie die Schwester berichtet.
Die
junge Frau ist sichtlich geschockt von den Zuständen und Vorgängen in den
Kliniken und kann die Praxis an Gerichten keinesfalls nachvollziehen. Sie hat
Angst, dass ihr Bruder durch die lange geschlossene Unterbringung den Kontakt
zur Familie vollständig verliert, dass er keine Chance hat, wenigstens die
Kinder seines Bruders, seine Nichten und Neffen aufwachsen zu sehen und am
Familienleben teilzuhaben.
Nun
haben sich nicht nur verschiedene Pressevertreter, u.a. auch ein Fernsehsender
gemeldet, um über den Fall zu berichten, sondern auch das spanische Konsulat, da
die Familie ursprünglich aus Spanien kommt. Michael Perez hat zwar mittlerweile
die deutsche Staatsbürgerschaft, aber für den spanischen Konsul ist dies kein
Grund, hier nicht zu unterstützen.
Auch
die spanische Presse interessiert sich für den Fall.
Im
Ausland wurde seinerzeit die Mollath Affäre mit Befremden wahrgenommen, aber
eher als Einzelfall dargestellt. Wenn die internationale Presse jedoch über
weitere Fälle berichtet, dürfte das Ansehen der Bundesrepublik ernsthaften
Schaden nehmen. Willkür und jahrelanges Wegsperren aus geringfügigen Anlässen
sind kein Merkmal eines demokratischen Rechtsstaates.
Dass
dagegen Mörder schon nach kurzer Zeit mit guten Sozialprognosen entlassen
werden, wirft in einem ganz speziellen Fall noch weitere Fragen auf.
Wir
berichten diese Woche noch ausführlich, warum ein
grausamer Omamörder 2013 in die Psychiatrie musste, statt
lebenslänglich hinter Gittern zu landen und stellen einige unbequeme Fragen,
warum der junge Mann jetzt wieder auf freien Fuß ist und sogar studiert.
Ist
man sich sicher, dass von ihm keine Gefahr ausgeht, von jemandem wie Michael
Perez, der niemanden getötet hat, wie viele andere Betroffene aus uns bekannten
Fällen schon?
Kann
es sein, dass in der Psychiatrie und vor Gericht mit zweierlei Maß gemessen wird
und familiäre Hintergründe und berufliche Beziehungen eine größere Rolle
spielen, als das in einem Rechtsstaat der Fall sein sollte?
Wir
sind sicher, auch das wird man im Ausland zur Kenntnis nehmen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen