Freitag, 24. April 2015

Lügen, Falsche Diagnosen und Intrigen,Verschleierungen der Klinikleitungen Müller - Isberner

Es betätigen sich immer mehr Lügen, Falsche Diagnosen und Intrigen,Verschleierungen der Klinikleitungen Müller - Isberner. Er wendet sich und weigert sich mir unrelevante Begründungen und verweigert die Einsicht in die Patientenakte.

Angst vor Enthüllungen Herr Dr. Müller Isberner

17.09.2014 / Inland / Seite 8 https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/2014/09-17/043.php

»Gesellschaftliche ›Black Box‹ – niemand schaut hin«

Kritiker von Zwangsbehandlung in der Psychiatrie demonstrieren am Samstag vor der Vitos-Klinik in Gießen. Ein Gespräch mit Jörg Bergstedt

Gitta Düperthal


Jörg Bergstedt ist Anmelder der Demo »Zwangsanstalten abschaffen« am Samstag in Gießen
Gegner der Zwangsbehandlung in psychiatrischen Kliniken rufen für kommenden Samstag zum sechsten Protestgang auf dem Gelände der Vitos-Klinik Gießen auf. Fällt dieses Haus besonders durch Rechtsbrüche gegenüber Patienten auf?

Einerseits ist es in der Gießener Klinik wirklich extrem. Andererseits ist aber zu befürchten, daß die Zwangsbehandlung, die Menschen dort erleben und die wir besonders am Beispiel dieser Klinik genauer untersucht haben, eher der Normalzustand in solchen Institutionen sein könnte. In Psychiatrien, wo die Gesellschaft insgesamt nicht genau hinschaut, wird häufig Recht gebrochen, unterdrückt, isoliert, medikamentös zwangsbehandelt. Zum Beispiel?

Der Gießener Linken-Politiker Dennis Stephan, der dort eingesperrt war und dessen Fall durch den aufsehenerregenden Prozeß bekannt wurde, hat über mannigfache Menschenrechtsverletzungen berichtet: Er durfte keine Außenkontakte wahrnehmen, war im »Bunker« isoliert. Ähnliches haben wir von vielen anderen dort Eingesperrten gehört. Ärzte der Gießener Vitos-Klinik sagen öffentlich, daß sie Patientenverfügungen nicht anerkennen. In einem auch vom Klinikleiter Rüdiger Müller-Isberner unterzeichneten Brief an die Vorsorgebevollmächtigte Stephans, die sich darüber beschwert hatte, hieß es, über das »Ob und Wie der Behandlung« entscheide »ärztliches Ermessen« – nicht der Patient. Die Klinik hatte eine Patientenverfügung vorliegen, jeder wußte es; niemanden hat es interessiert. Sie sagen, der Klinikchef bewerbe Rechtsbrüche in einem Fach- und Lehrbuch – in welcher Form?

Im 2012 von Müller-Isberner und Sabine Eucker herausgegebenen »Praxishandbuch Maßregelvollzug« ist beschrieben: Auch Medikamente, die gar nicht zugelassen sind, können eingesetzt werden. Rechtmäßig sei das nicht, aber egal. Auf Seite 207 liest sich das, akademisch verquast, so: »Zu dem Problem der geringen Evidenz kommt zudem das Problem, daß die empfohlenen Medikamente in der betreffenden Indikation unter Umständen gar nicht zugelassen sind, sodaß in nicht unerheblichem Umfang im rechtlich problematischen Off label Bereich therapiert werden muß.« Auf Seite 87 bekennt der Klinikleiter, nicht genau zu wissen, was er eigentlich tut: »Empirisches Wissen darüber, wie sich Größe und Organisationsform kriminaltherapeutischer Institutionen auf therapeutische Effizienz und Wirtschaftlichkeit auswirken, fehlt weltweit.« Ich habe aus dem Buch stets öffentlich zitiert. Es wäre der Staatsanwaltschaft zu übergeben; es wäre als Aufruf zu strafbaren Handlungen zu werten; wenn alles mit rechten Dingen zugeht. Aus Ihrer Sicht spielt die Justiz mitunter »als Zulieferer« von Menschen in die Psychiatrie von Gießen und Haina eine unrühmliche Rolle.

In besagtem Buch befürwortet Thomas Wolf, Vorsitzender Richter am Landgericht Marburg, die Verlängerung der Zwangsunterbringung auch wider die Rechtsprechung kreativ auszulegen: »… die geplante Aussetzung schon im Urteil für sich genommen stellt nämlich keinen rechtlichen Grund für die Fortdauer der einstweiligen Unterbringung dar. Hier ist kluge Phantasie gefragt, warum ein Gutachten länger braucht«. Solch ein Aufruf zur Rechtsbeugung bleibt meist unwidersprochen, weil sich keiner darum kümmert. Man kann ganz offen mit Folter umgehen. Was meinen Sie damit?

Zum Beispiel haben wir von Menschen erfahren, die sich dagegen wehren, mit Medikamenten vollgestopft zu werden. Sie wurden solange in eine Arrestzelle gesperrt, bis sie sich damit einverstanden erklärten. Solche Methoden hat das Bundesverfassungsgericht zwar 2011 untersagt, aber bei der geschlossenen Psychiatrie handelt es sich um eine gesellschaftliche »Black-Box«, niemand schaut hin. Haben frühere Proteste bei der Klinikleitung etwas bewirkt?

Nein, im Gegenteil: Wenn wir dort demonstrieren, gibt es Ausgangssperren und heruntergelassene Jalousien an den Fenstern. Trotzdem haben uns Insassen der Gießener Vitos-Klinik gebeten, weiterzumachen. Sie wollen nicht in Vergessenheit geraten. Als wir im Juli vor den Vitos-Kliniken in Limburg und Hadamar protestiert hatten, ging es allerdings kommunikativer zu. Gefangene konnten aus den Fenstern schauen; der Vizechef der Klinik kam heraus, um mit uns zu diskutieren. Es geht also anders. Demonstration, Samstag, 20. September, 16 Uhr, Vitos-Klinik, Licher Str. 106, Gießen
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